Sicherheitsholzschlag am Lienzbach

Um das Dorf Lienz vor der Gefahr eines Hochwassers zu schützen, werden entlang des Lienzbaches auf einer Fläche von 3.7 Hektaren Wald zwei Seilschläge durchgeführt. Die Kosten betragen rund 153‘000 Franken, zwei Drittel davon werden durch die Stadt Altstätten und die Rhode Lienz getragen.

Der Lienzbach mit seiner steil abfallenden und felsigen Uferböschung hat eine Neigung von teilweise mehr als 35%. Die Wassermassen, die nach einem Gewitter mit einer gewaltigen Wucht zu Tale donnern, haben ihre Spuren hinterlassen. Viele an der Bachböschung wachsenden Bäume sind instabil und hängen ins Bachgerinne, deren Wurzeln sind meist unterspült und finden kaum mehr Halt. Im Bach liegendes Tot- und Schwemmholz kann bei Hochwasser leicht zu Verklausungen führen. Die Gefahr, dass der als Schutz für das Dorf dienende Wald bei einem Unwetter mehr schaden als schützen könnte, ist augenscheinlich.

Dringender Handlungsbedarf
Eine Begehung mit dem Revierförster Sascha Kobler anlässlich der Holzschlaganweisung im Jahr 2012 zeigte dem Verwaltungsrat der Rhode Lienz die Gefahr auf, die der Lienzbach in diesem Zustand für das Dorf darstellt. Es wurde alsbald veranlasst, ein Konzept für einen Sicherheitsholzschlag entlang des Baches zu verfassen. Dieses sah zum einen vor, Bäume, die eine Gefährdung darstellen, grossräumig auf einer Fläche von 3.7 Hektaren mit zwei Seillinien zu entfernen. Zum anderen sollten dringend notwendige Unterhaltsarbeiten wie das Instandstellen von Sperren und Stützmauern in der Bachrinne vorgenommen werden. Die Gesamtkosten wurden auf rund 153‘000 Franken voranschlagt. Um ein Zeichen des dringenden Handlungsbedarfs zu setzen, wurde von der Rhode Lienz im letzten Jahr das erste Teilstück, also die erste Seillinie ausgelöst und auch die Kosten dafür übernommen. Diese beliefen sich nach Abzug der Holzverkäufe und der Schutzwaldbeiträge von Bund und Kanton auf rund 21‘200 Franken.

Arbeiten können nächstens beginnen
Gleichzeitig wurde ein Antrag auf Realisierung des zweiten Teilstückes bei der Bachkommission der Stadt Altstätten eingereicht, welche eigentlich für den Unterhalt der Bäche im Gebiet der Rhode Lienz verantwortlich ist. Die Kosten für den zweiten Seilschlag waren mit rund 100‘000 Franken voranschlagt worden. Nach Abzug der Holzverkäufe und der Beiträge von Bund und Kanton belaufen sich diese auf rund 69‘000 Franken und die zusätzlichen Arbeiten am Gerinne sind mit 15‘000 Franken budgetiert. Die Dringlichkeit als auch die Zuständigkeit wurde vom Stadtrat erst nach mehreren Interventionen des Rhodmeisters Erwin Egeter eingesehen. Schlussendlich konnte jedoch ein grosser Erfolg für das Dorf Lienz erzielt werden, denn gemäss Stadtratsbeschluss vom 16. Dezember 2013 gab die Stadt Altstätten grünes Licht für den dringend notwendigen Seilschlag und wird für die Restkosten aufkommen. Somit können die Arbeiten in den kommenden Wochen beginnen.

Grosse Bachüberschwemmung im Jahre 1967
Die grosse Bachüberschwemmung im Jahre 1967 ist ein trauriger Teil der Lienzer Dorfgeschichte. Ein schweres Unwetter liess den Lienzbach damals innert kürzester Zeit anschwellen, sodass er mit gewaltiger Wucht über die Ufer trat und ein Bild der Verwüstung hinterliess. Die Wassermassen zerstörten mehrere Häuser und suchten sich ihren Weg mitten durchs Dorf und begruben Strassen und Wiesen mit Geröll, Schutt und Schlamm. Eine Frau starb bei dieser Katastrophe.

Text/Bild: Heidy Frei

 



Sicherheitsholzschlag

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