Bewegtes Jahr im Zeichen der Holzerei

Am Freitag, 20. März sind die Lienzer und Ploner Rhodsbürger/innen zur Bürgerversammlung ins Restaurant Löwenburg eingeladen. Mit drei Seilschlägen zum Abschluss des Waldbauprojektes „Lienz 98“ wird auf ein bewegtes (Holz-)Jahr zurückgeblickt. Im Anschluss an die Versammlung referiert Peter Köppel aus Lienz zum Thema Tropenholz und den damit verbundenen Raubbau in Tropenwäldern.

„Es ist für uns als Bürgergemeinde Pflicht und Ehre zugleich, das Gemeingut, das wir von früheren Generationen übernehmen durften, nachhaltig und zukunftsorientiert zu verwalten“, dieser Grundsatz gilt für den Lienzer Rhodmeister Erwin Egeter heute wie eh und je. Es gelte, sich auf die Grundwerte zu besinnen, die neben der Bewirtschaftung der Waldungen nicht zuletzt auch die Förderung des Kulturlebens beinhaltet, schreibt der Rhodmeister in seinem Bericht. Rechnerisch stellte das Verwaltungsjahr 2009 für die Rhode eine Herausforderung dar, wurde doch das zehnjährige, erweiterte Waldbauprojekt B/C mit drei grossen Seilschlägen beendet. Wie aus der Jahresrechnung hervorgeht, standen sich im vergangenen Jahr Aufwendungen von rund 516‘000 Franken und Erträge von rund 522‘000 Franken gegenüber, woraus ein leicht besseres Ergebnis als voranschlagt resultierte.

Aufwändige Seilschläge
Der Löwenanteil, nämlich rund 300‘000 Franken dieser Kosten waren für die Holzerei bestimmt. Die im letzten Jahr von Bund und Kanton genehmigte Perimetererweiterung des Waldbauprojektes trug mehrheitlich zu den namhaften Kosten bei. So führte die Forstgemeinschaft Rüthi-Lienz im Auftrag der Rhode unter anderem drei Seilschläge in den Schutzwäldern oberhalb Plona aus. Das nun abgeschlossene Waldbauprojekt diente ausschliesslich einer Verminderung von Naturgefahren. Mit diesem Ziel wurde in den letzten zehn Jahren gesamthaft 6300 Kubikmeter Holz geschlagen und auf 42 Hektaren Jungwaldpflege verrichtet. Bei der Abschlussfeier mit Gästen von Bund und Kanton und anderen, am Projekt beteiligten Persönlichkeiten gab es lobende Worte: „Das Projektziel wurde erreicht und die Finanzen sind sinnvoll eingesetzt worden“, sagte Rolf Manser, Abteilungschef Wald vom Bundesamt für Umwelt. Mit Wohlwollen nahmen die Behördenvertreter zur Kenntnis, dass sich die Bevölkerung an zwei freiwilligen Einsätzen zu Gunsten des Waldes engagiert hat.

Engagierter Einsatz der Bevölkerung
In Bergschuhen und Arbeitskleidern liessen sich zahlreiche Dorfbewohner letztes Jahr gleich zweimal für die Säuberungsarbeiten im Wald einspannen. Im laufenden Jahr ist, wie eigentlich üblich, nur ein Gemeinwerktag geplant und zwar am 6. Juni. Während der Sondertage „Gemeinnützige Einsätze“ säuberten zudem rund 30 Jugendliche des OZ Oberriet-Rüthi den Seilschlag unterhalb der Alp Räberen.
Ein gleichermassen positives Echo der Bevölkerung erhielt die Rhode für die Grünzeug-Sammlung im Oktober und die Christbaumabgabe. An diesen beiden Anlässen werden jeweils gerne Spenden für einen wohltätigen Zweck entgegen genommen. Der Erlös ging im letzten Jahr an ein Projekt in Bolivien, wo von der Rüthnerin Marion Heeb ein Mittagstisch für Strassenkinder auf die Beine gestellt wurde.

Neue Parkplätze für das Mehrfamilienhaus
Trotz namhaften baulichen Investitionen konnte beim Mehrfamilienhaus Zollstrasse wiederum ein sehr positives Resultat erzielt werden. Die Rechnung schliesst mit einem Plus von rund 28‘000 Franken. Es ist der Verwaltung sehr wichtig, das Mehrfamilienhaus stets in einem guten baulichen Zustand zu halten. Um zudem die Sicherheit der Bewohner zu erhöhen, wurden im vergangenen Jahr eine neue Aussenbeleuchtung sowie eine automatische Schliessanlage an die beiden Eingangstüren angebracht. Zudem wurde in drei Wohnungen das Badezimmer erneuert. Im kommenden Jahr soll das Parkplatzangebot an der Zollstrasse um sechs Abstellplätze erweitert werden.

Junge Leute sind willkommen
Nachdem Rücktritt von Rosmarie Sonderegger wird die Versammlung ein Ersatzmitglied für die GPK wählen. Speziell eingeladen sind auch in diesem Jahr die Jungbürgerinnen und Jungbürger als zukünftige Generation, die die Belange der Rhode Lienz einst mitgestalten wird. Es ist der Verwaltung deshalb ein Bedürfnis, die jungen Leute über die Aufgaben der Rhode zu informieren und neue interessierte Rhodsbürger/innen zu gewinnen.


Text/Bilder: Heidy Frei




Waldbauprojekt „Lienz 98“

Waldbauprojekt „Lienz 98“

Waldbauprojekt „Lienz 98“

Waldbauprojekt „Lienz 98“

Waldbauprojekt „Lienz 98“

Schülerprojekt