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Sohn Jan teilt glücklicherweise schon früh die Interessen seines Vaters.

Unternehmen mit Geschick und Weitsicht zum Erfolg geführt

 

Mit der Egeter & Partner AG ist eines der grösseren Ingenieur,- Planungs- und Beratungsunternehmen der Region in Lienz angesiedelt. Der dipl. Bauingenieur FH Erwin Egeter legt im Jahre 1990 den Grundstein für das Unternehmen und führt es mit Geschick und Weitsicht zum Erfolg. Anfang 2017 übernimmt mit Sohn Jan die zweite Generation und führt das Unternehmen mit nunmehr 22 Mitarbeitenden in die Zukunft. «Das ist für mich ein Lottosechser!» freut sich Erwin Egeter, weil er damit sein Lebenswerk in besten Händen weiss und seit Ende 2020 in seiner Frühpension mehr Zeit für sich geniessen darf.

 

Mit 26 Jahren beginnt der gelernte Tiefbauzeichner Erwin Egeter aus Lienz ein berufsbegleitendes Ingenieurstudium an der Liechtensteinischen Ingenieurschule (LIS) in Vaduz. Er arbeitet damals in einem Ingenieurbüro in Schaan. Nach fünfjähriger Studienzeit schliesst der junge Familienvater sein Studium im Jahre 1989 als «Diplomierter Bauingenieur FH» mit grossem Erfolg ab. Gar die Bestnote erhält er für seine abschliessende Diplomarbeit zum Thema «Grundbau und Massivbau in Kombination».  An seinem Arbeitsplatz plant der junge Ingenieur zu dieser Zeit eine neue Trinkwasserleitung für die Wasserversorgung der Gemeinde Vaduz von der Schneeflucht Malbun bis zum Schloss. Die Aufträge im Bauwesen sind zu dieser Zeit bereits rückläufig, die Bautätigkeit stockt.

 

Schritt in die Selbständigkeit

Dennoch trifft Erwin der Rat seines Chefs, sich doch besser selbständig zu machen, aus heiterem Himmel.  «Die Entscheidung zur Selbständigkeit war mit Risiken verbunden und auch gewisse Existenzängste spielten mit», erinnert sich der Ingenieur und zudem sei zu der Zeit ein Ende der Baurezession nicht abzusehen gewesen. Erwin und Priska Egeter entscheiden sich trotzdem, den Schritt zu wagen und so wird im Jahre 1990 im Privathaus ein einfaches Büro eingerichtet und ein Ingenieurbüro für allgemeinen Hoch- und Tiefbau eröffnet. Das laufende Projekt bei der Wasserversorgung Vaduz darf der junge Geschäftsmann freischaffend weiterführen. «Um zu neuen Aufträgen zu kommen, bewarb ich mich bei den Architekten in der Umgebung und bei der Stadt Altstätten.» Mit der Zeit wird ein Weg sichtbar und es sieht – trotz der noch immer andauernden Baurezession – gut aus», resümiert Erwin Egeter.

 

Stetes und gesundes Wachstum

Nach und nach kann eine Zeichnerin und eine Lehrtochter, später ein Ingenieur eingestellt werden. Priska Egeter steht in all diesen Jahren an der Seite ihres Mannes. Sie leistet ihrerseits einen grossen Einsatz im Büro und in der Familie und trägt alle Entscheidungen mit. Als die Platzverhältnisse im heimischen Büro nicht mehr ausreichen, mietet man sich im Raiffeisengebäude an der Hauptstrasse ein, um fünf Jahre später in den Neubau am jetzigen Standort einzuziehen. 1994 erfolgt die Zusammenarbeit mit dem Ingenieurbüro Graf und Tinner in Haag und die Gründung einer Aktiengesellschaft. Nach vier Jahren des Übergangs kommt es 1998 zur offiziellen und formellen Fusion, die Egeter & Tinner AG wird gegründet. Die Firma verfügt fortan über zwei Niederlassungen: Lienz und Haag. Partner René Tinner steht dem Büro Haag vor, wo weiterhin vor allem Projekte im Tiefbau realisiert werden.

 

Grosse Verantwortung

Elementar in der Firmengeschichte ist das Jahr 1999, als das Unternehmen die QS-Zertifizierung nach ISO 9001 erwirbt. Um auf dem Markt wettbewerbsfähig zu bleiben, wird das ISO-Zertifikat immer mehr zur Pflicht. Es sorgt aber auch für einen guten Schlaf. So sieht es jedenfalls Erwin Egeter und spricht dabei von der grossen Verantwortung, die auf den Schultern eines Ingenieurs lastet. Ein Rechnungsfehler könnte sich fatal auswirken. Deshalb sei ein gutes Kontrollsystem unabdingbar. Positiv wirkt sich in dieser Beziehung sicher die Tatsache aus, dass die mittlerweile 22 Mitarbeitenden grossteils schon seit Jahren dabei sind. Die Philosophie des Chefs ist ganz klar: «Gesunde Kritik bringt dich weiter.» Zudem brauche es manchmal auch Fehler, um an neue Lösungen zu kommen und sich weiterzuentwickeln.

 

Mit Weiterbildungen und der gezielten Rekrutierung neuer Arbeitskräfte werden die Kompetenzen im Büro nach und nach erweitert. Mittlerweile kann ein sehr breitgefächertes Leistungsspektrum angeboten werden.  Die Ingenieurleistungen umfassen die Bereiche Hoch- und Tiefbau, Umwelt und Wasserbau. Dank qualitativ hochstehender Arbeit und guten Referenzen kann das Einzugsgebiet des Unternehmens stetig vergrössert werden. Im Jahre 2016 wird die Geschäftsstelle in Diepoldsau und zwei Jahre später die Tochterfirma Egeter & Partner GmbH in Bendern gegründet. Mit diesen Niederlassungen kann das in der Vergangenheit aufgebaute Beziehungsnetz gefestigt werden.

 

Engagement fürs Dorf

Wenn es dem Unternehmen gut geht, dann soll es auch den Mitarbeitenden gut gehen, so lautet der Grundsatz. Deshalb werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den vergangenen 30 Jahren immer wieder zu mehrtägigen Büroausflügen eingeladen, wo der Zusammenhalt gepflegt wird. Ziele sind zum Beispiel Wien, Lissabon oder Venedig. Neben dem Aufbau des eigenen Geschäftes engagiert sich Erwin Egeter 31 Jahre lang bei der Rhode Lienz, davon zwölf Jahre als Rhodmeister. Zudem ist er neun Jahre im Stadtrat Altstätten. «Die Arbeit zugunsten der Gemeinschaft bringt immer eine Horizonterweiterung mit sich», ist er überzeugt.

 

Gute Nachfolgeregelung

Vor fünf Jahren steigt Sohn Jan nach erfolgreich abgeschlossenem Masterstudium in Bauingenieurwissenschaften an der ETH in Zürich ins elterliche Geschäft ein. Noch ist er aber nicht bereit, auf Vorlesungen zu verzichten und schreibt sich zusätzlich für ein berufsbegleitendes Studium in Betriebswirtschaften an der Universität St.Gallen ein. Jan Egeter schliesst auch dieses mit grossem Erfolg ab und erlangt seinen zweiten Mastertitel. Er ist damit bestens für seine bevorstehenden Aufgaben gerüstet.

 

Im Hinblick auf die baldige Pensionierung der bestehenden Geschäftsleitung Erwin Egeter und René Tinner wird im Jahr 2017 die Nachfolgeregelung vollzogen und Jan Egeter und die beiden langjährig mitarbeitenden Ingenieure Kerstin Köchl und Martin Meyer treten der Geschäftsleitung bei. Im Jahre 2020 wird der Firmenname in Egeter & Partner AG geändert. Jan Egeter übernimmt von seinem Vater die Aktienmehrheit und ist Geschäftsführer und Verwaltungsratspräsident des Unternehmens.

 

Die Zügel abgeben

«Dass sich Jan damals aus freien Stücken für ein Bauingenieurstudium entschieden hat, ist für uns ein glatter Lottosechser», freut sich Erwin Egeter.  Nun, da er sein Lebenswerk in guten Händen weiss, fällt ihm der Rücktritt leichter. Sehr wichtig sei jetzt natürlich, dass die neue Geschäftsleitung ihre Arbeit auch wirklich machen könne, sagt er. Dass er als Seniorchef die Zügel also tatsächlich abgibt und Entscheidungen der nachfolgenden Geschäftsleitung nicht ständig in Frage stellt. «Viele können das nicht und sind dann auch im hohen Alter nicht vom Schreibtisch wegzukriegen.» Für den scheidenden Chef ist klar, dass er mit dieser Nachfolgeregelung einen Volltreffer gelandet hat. «Es ist natürlich auch für die Mitarbeiter gut zu wissen, dass ihr Arbeitsplatz bestehen bleibt – auch wenn der Chef in Pension geht.»

 

Während all den Jahren war Priska Egeter für die Buchhaltung zuständig. Sie bleibt dem Unternehmen vorläufig noch in einem kleineren Pensum erhalten, bevor auch sie ihren Arbeitsplatz räumt und die Aufgaben in jüngere Hände gibt. Es ist jetzt an der neuen Generation, das Unternehmen in die Zukunft zu führen und sich den Herausforderungen zu stellen.

 

Neue Generation am Steuer

Als Herausforderung der Zukunft bezeichnet Jan Egeter die fortlaufende Digitalisierung in der Baubranche (BIM: Building Information Modeling). Diese zukunftsweisende Arbeitsmethode ermöglicht die fachübergreifende Planung, verändert dadurch jedoch den Planungsprozess fundamental. Weiter gelte es auch in Zukunft, qualitativ hochstehende Arbeiten anzubieten und das Angebot durch Differenzierung breit zu halten, damit dem zunehmenden Preiskampf ausgewichen werden könne, so der Geschäftsführer. Sein Ziel ist es, in Zukunft die Kompetenzen und das Angebot der Ingenieurleistungen weiter ausbauen zu können und die vorhandenen Standorte zu festigen und auszubauen.

 

Text /Bilder: Heidy Frei