Büschelen, wenn die Politik Sorgen macht

Zum zweiten Mal wird in einigen Wochen der „HolzChopf“ gewählt. Für diese Auszeichnung machte sich die Holzkette St. Gallen auf die Suche nach Personen, die sich in besonderer Weise für das St. Galler Holz verdient gemacht haben. Die Rhode folgte dem Aufruf und entschloss sich spontan, den Lienzer Hans Heeb als „HolzChopf 2007“ vorzuschlagen. Dies nicht nur deshalb, weil „Underheeblis Hans“ seit bald 50 Jahren leidenschaftlich gerne Büscheli macht. Der Vorschlag war auch stellvertretend für all jene Büscheler gedacht, die in der Rhode Lienz auch heute noch gerne ihre Zeit am Büscheli-Bock verbringen und damit das sonst oft liegen bleibende Holz auf sinnvolle Art und Weise verwerten.

Als junger „Schnuderi“ angefangen
Man kennt ihn im Dorf, den Hans: Er macht fürs Leben gern seine Sprüche mit den Frauen, ist im Sommer und im Winter auf seinem Velo anzutreffen und büschelet am liebsten, wenn ihm die Politik nicht gefällt.
Sein erstes Büscheli habe er mit den Apfelbäumen des Nachbarn gemacht, erinnert sich Hans Heeb, „ich war damals ein ganz junger „Schnuderi“ und habe gleich mit dem schwierigsten Holz angefangen.“ Damals hätte man halt genommen, was sich angeboten hat. Seither wurde mit seinen unzähligen, handgefertigten Holzbüscheln schon so manches Feuer entfacht und die gute Stube damit erwärmt. Abnehmer hat er stets genug, sagt er, „besonders als die Ölpreise kletterten, hätte ich noch viel mehr verkaufen können“.

Gelegenheit, den Gedanken nachzuhängen
Wenn Hans Heeb nach der Arbeit nach Hause radelt, zieht es ihn oft gleich weiter in den Schlosswald, wo momentan sein Büschelibock steht. Der Z’Nacht kann da schon mal vergessen gehen. „Ich büschele gerne, wenn ich mich über etwas aufrege oder die Politik mir Sorgen macht“, sagt der 58-Jährige. Hier könne er Aggressionen loswerden und seine überschüssige Energie entladen. „Ist doch allemal besser, als Schaufenster einzuschlagen“, findet er. Genauso gut kann er beim Büschelen aber auch seinen Gedanken nachhängen und vergisst dann schon mal die Zeit. „Da kam es auch schon vor, dass meine Fantasie mit mir durchgeht“, meint Hans und erinnert sich, als ob es gestern gewesen wäre: Als Junge sei er in Marianne verliebt gewesen und seine Gedanken hätten ihr gegolten, als sie vor seinen Augen plötzlich des Weges kam. Die Freude sei nur von kurzer Dauer gewesen, denn er musste feststellen, dass ihm sein lebendiger Geist einen Streich gespielt hat.

Würdiger Preisträger
Holz als Bestandteil des Alltags oder als Ausdruck von Emotionen: Das sind zwei Kriterien, die für den „HolzChopf“ relevant sind. Und dies sind zwei Kriterien, die ganz und gar für Hans Heeb, den langjährigen, überaus verdienten Büscheler, als würdigen Preisträger des „HolzChopf 2007“ sprechen. Ob sich mit dem einfachen, traditionellen „Büscheli“ tatsächlich Preise gewinnen lassen, wird sich erst noch zeigen. Sollte es denn nicht so sein, kommt das Mitmachen noch immer vor dem Rang.



Abrutschstelle Bützelstrasse

Forstschüler füllen die Steinkörbe





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